Chor 2006Der Münchner MotettenChor wurde im Jahre 1960 von Hans Rudolf Zöbeley gegründet. Er ging aus einer kleinen Gruppe musikbegeisterter Studenten an der Universität München hervor, die sich in der Absicht zusammengefunden hatte, eine Vorlesung über Motetten von Heinrich Schütz - daher der Name des Chores -  musikalisch zu illustrieren. Der Erfolg und die Freude des gemeinsamen Musizierens waren so groß, dass man sich entschloss weiterzumachen. Die ersten Konzerte wurden in der evangelischen Bischofskirche St. Matthäus in München veranstaltet, wo der Chor auch heute noch regelmäßig Gottesdienste der Gemeinde und  der evangelischen Landeskirche musikalisch gestaltet.

Im Laufe der Jahre erweiterte der inzwischen stark vergrößerte Chor systematisch sein Repertoire, das heute nahezu die gesamte Bandbreite der Chorliteratur aus über vier Jahrhunderten umfasst. Heute gehören dem Ensemble rund 120 Sängerinnen und Sänger an, so dass die unterschiedlichen Werke stets in der passenden Besetzung aufgeführt werden können. Da der Chor seit vielen Jahren regelmäßig in den großen Konzertsälen Münchens auftritt, wurde er zu einer festen Größe im Musikleben der bayerischen Landeshauptstadt.

Chor 2006Die Aufführungspraxis des Chores ruht traditionell auf zwei Säulen: Seltener aufgeführte Komponisten, insbesondere aus neuerer Zeit (Britten, Honegger, Janáček, Kodaly, Poulenc, Fr. Martin) stehen in der Musikpflege gleichbedeutend neben den „Großen“ der Vergangenheit: Schütz, Monteverdi, Bach, Mozart, Brahms, Mendelssohn-Bartholdy, G. Verdi, um nur einige Namen zu nennen. Ein Eckpfeiler im Repertoire sind Carl Orffs „Carmina burana“, die der Chor 1977 noch in Anwesenheit und mit ausdrücklicher Anerkennung des Komponisten aufgeführt hat und mit denen er im Juli 1995 anlässlich des 100. Geburtstages des Komponisten über 10.000 Menschen auf dem Münchner Marienplatz begeisterte.

Zahlreiche Konzertreisen führten den MotettenChor in alle Himmelsrichtungen Europas, von Lettland und Polen bis Sizilien und auf die Kanarischen Inseln, von Istanbul nach Prag, Paris und Madrid, aber auch in außereuropäische Länder, u. a. mehrfach nach Israel, Brasilien und Argentinien.

Seit 1998 ist Hayko Siemens künstlerischer Leiter des Münchner MotettenChores.  Seine musikalische Konzeption stellt sicher, dass der Chor seine über Jahre erarbeitete Programmstruktur fortentwickelt und eine Repertoire-Vielfalt pflegt, vor der vergleichbare Ensembles eher zurückweichen.

Chor 2006Rundfunk- und CD-Produktionen gehören zum festen Bestandteil der Chorarbeit. 1994 wurde beispielsweise eine Doppel-CD mit Werken von Carl Orff herausgebracht, 1996 Charles Gounods „Cäcilienmesse“ und 1997 die „Missa solemnis“ von Ludwig van Beethoven. Im Jahre 1999 folgte in Co-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk ein Live-Mitschnitt der „Es-Dur-Messe“ von Franz Schubert und eines Konzertes anlässlich der Richard-Strauss-Tage  in Garmisch-Partenkirchen mit selten zu hörenden Werken von Richard Strauss. Der Live-Mitschnitt eines Konzertes in der Berliner Philharmonie mit Werken der Romantik für Chor und großes Orchester erschien im Herbst 2004.

Die systematische Stimmbildung der Sängerinnen und Sänger ist ein besonderes Anliegen des Chores und seines künstlerischen Leiters. Korrepetitor des Chores ist Martin Wiedenhofer, der auch häufig als Instrumentalsolist (Orgel, Cembalo, Klavier) bei Konzerten mitwirkt.

In Zusammenarbeit  mit einem weltweit tätigen Unternehmen der deutschen Wirtschaft führte der Chor im Mai 2002 sein bisher größtes künstlerisches Projekt aus: eine Konzertreise rund um die Welt, von Europa auf den nord- und südamerikanischen Kontinent und weiter nach Ostasien. Dabei veranstaltete er u. a. Konzerte im Lincoln Center in New York, im Palacio de Bellas Artes in Mexico City und im Grand Theatre in Shanghai.

Ein herausragendes Projekt des Jahres 2005 war die Aufführung von Brittens „War Requiem“ zum 60. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai, die vom Bayerischen Fernsehen live übertragen wurde.

Ein künstlerischer Höhepunkt in der Geschichte des Münchner MotettenChores war die Uraufführung des monumentalen Oratoriums "Joram" von Paul Ben-Haim am 8. 11.2008, dem Vorabend der 70. Wiederkehr der Reichspogromnacht, in der Münchner Philharmonie. Der in München als Paul Frankenburger geborene Komponist hatte dieses sein Hauptwerk im Jahre 1933, kurz vor seiner Emigration nach Palästina, geschrieben. Der bayerische Rundfunk hat das Konzert, das in den Medien und in der Fachwelt Aufsehen erregt und sehr positiv gewürdigt wurde, einen Tag später in "Bayern 4 Klassik" gesendet.

Fotos: Peter Klingenfuss © 2006
 

Präsentation des Münchner MotettenChors
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Münchner MotettenChor
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