Hayko SiemensHayko Siemens wurde im nördlichsten deutschen Bundesland Schleswig-Holstein als zwölftes Kind eines Pastorenehepaares geboren. Bereits als Sechzehnjähriger gab er sein Konzertdebut in Berlin als Organist. Er entfaltete in der Folge eine sehr bemerkenswerte Karriere, die ihn bereits vor dem 30. Lebensjahr in alle Kontinente führte. In der Zwischenzeit hat er allein 15 Tourneen in die USA absolviert und ist an allen wichtigen Orgelzentren von Helsinki bis Kapstadt, von Madrid über  Tokio und Sydney bis Auckland aufgetreten, sei es als Solist wie auch als  Kammermusikpartner, als Begleiter oder mit Orchestern. Beim bedeutenden Orgel- und Cembalofestival in Melbourne wurde er als erster deutscher Organist als „principal artist“ eingeladen. Er unterrichtete Orgel an der Frankfurter Musikhochschule und in internationalen Meisterkursen in Schweden (Musikhochschule Malmö), USA (Oberlin College), Hong Kong (Academy for the Performing Arts) und Neuseeland (New Zealand Organists’Association). Eine weitere große Tournee wird ihn 2008 erneut nach Australien und Neuseeland führen.

Zahlreiche Aufnahmen für Rundfunk, CD (unter anderem das gesamte Orgelwerk von César Franck) und Fernsehen geben Zeugnis von seinem breiten und stilistisch vielfältigen Repertoire. Hayko Siemens ist Künstlerischer Leiter des international hoch angesehenen Orgelfestivals „FUGATO“ in Bad Homburg (www.orgelfestival-fugato.de) bei Frankfurt, das seit 1995 die Weltelite der Organisten versammelt. Er wirkte zudem als Kirchenmusiker an der Erlöserkirche Bad Homburg und seit 1998 an der bayerischen Bischofskirche St. Matthäus in München.

Zunehmend vielfältiger und umfangreicher ist seine dirigentische Tätigkeit. Seit 1998 ist Hayko Siemens  Künstlerischer Leiter und Dirigent des renommierten  Münchner MotettenChors. Mit diesem auch international hoch angesehenen  Ensemble konzertiert er regelmäßig in den großen Münchner Konzertsälen Philharmonie, Herkulessaal oder Prinzregententheater. Rundfunk- und CD-Aufnahmen (Werke von Schubert, Strauss, Bernstein, Ramirez, Borodin, Orff, Mendelssohn, Schumann, Wolf, Brahms u.a.) dokumentieren diese Arbeit.

Internationale Gastspiele führten ihn in letzter Zeit als Dirigent u.a. nach Prag (Smetanasaal), New York (Avery Fisher Hall im Lincoln Center), Mexiko City (Palacio de Bellas Artes), Sao Paulo (Sala Sao Paulo), Shanghai (Grand Theater), Istanbul, Kiew, Boston, Gubbio-Festival (I), Sagra Musicale Umbra oder in deutsche Musikzentren wie Berlin (Philharmonie), Frankfurt (Alte Oper), Stuttgart (Liederhalle), Dresden (Frauenkirche), Garmisch-Partenkirchen (Richard-Strauss-Festspiele), Chorin („Choriner Sommerfestival“), Bad Urach („Herbstliche Musiktage“), Bad Homburg („Fugato“-Festival), um nur einige zu nennen.

Dabei kam es zur Zusammenarbeit mit herausragenden internationalen Gesangs- und Instrumentalsolisten und zu Dirigaten bei Orchestern wie den Münchner Symphonikern, den Berliner Symphonikern, der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, den Stuttgarter Philharmonikern, der Staatsphilharmonie Halle, dem Sinfonieorchester Wuppertal, der Jungen Süddeutschen Philharmonie, den Radio-Sinfonie-Orchestern aus Prag und Pilsen, dem CRR-Symphony-Orchestra Istanbul, der Mährischen Philharmonie Olmütz, dem Bach-Collegium Stuttgart, dem Kammerorchester „I solisti di Perugia“ oder auch dem Alte-Musik-Ensemble „La Banda“.

Nach den Terroranschlägen vom 11.9.2001 in den USA initiierte und dirigierte er in der Münchner Philharmonie mit Verdis „Messa da Requiem“ ein vielbeachtetes Gedenkkonzert, in dem erstmals in ihrer Geschichte der Münchener Bach-Chor und der Münchner MotettenChor zusammenwirkten.

Zum 60. Jahrestag des Endes des 2. Weltkriegs am 8.5.2005 dirigierte er Brittens „War Requiem“ im Münchner Herkulessaal. Dieses Konzert wurde live vom Bayerischen Fernsehen und zeitversetzt von Phoenix ausgestrahlt.

Zur 70. Wiederkehr der Reichspogromnacht, am 8. November 2008, dirigierte er die Uraufführung des Oratoriums „Joram“ (1933), das Paul Ben-Haim (noch als Paul Frankenburger) kurz vor seiner Emigration in seiner Heimatstadt München komponiert hatte. Es wurde am 9. November von Bayern 4 Klassik übertragen.

Des weiteren arbeitete er als Gastdirigent mit dem Tschechischen Philharmonischen Chor Brünn, einem der besten europäischen Berufschöre. Bereits zweimal leitete er auf Einladung von Helmuth Rilling  als Gastdirigent die  renommierte Gächinger Kantorei Stuttgart beim Europäischen Musikfest in  Stuttgart mit der Erstaufführung der Urfassung der Schauspielmusik „Athalia“ op. 74 von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie mit weltlichen Kantaten von Joh. Seb. Bach.

2008 wurde Hayko Siemens als einziger bayerischer Vertreter in den Künstlerischen Beirat des Verbandes der deutschen Konzertchöre (VDKC) berufen.